Heute soll es um Dinge gehen, die ich bei meinen Reisen rückblickend anders gemacht hätte (sowohl Reisen mit als auch ohne Kind). Eine Not-to-do-Liste sozusagen 😉. Diese Liste hilft vielleicht dem ein oder anderen, aus meinen „Fehlern“ zu lernen und es besser zu machen.
Nordspanien
Starten wir in Europa bei Nordspanien. Wir waren im Juni dort. Eigentlich ein guter Monat, wenn nicht sogar (neben September) der beste für Europa – denkt man. Vorteil: es war null überlaufen. Wobei diese Region vermutlich auch im August nicht vom Massentourismus betroffen ist, weil noch eher unbekannt. Beim nächsten Mal würde ich definitiv im Hochsommer, also im August, dort Urlaub machen. Der Juni war in manchen Regionen doch noch sehr frisch und sehr wechselhaft. Es hat auch öfters mal geregnet.
Mein Learning: Länder in Europa, die am Atlantik liegen, und generell Nordeuropa kann man auch super im August bereisen, ohne bei 40 Grad im Schatten zu schmoren. Südeuropa dagegen ist im Mai, Juni oder September am besten.
Balkan
Witzigerweise haben wir im gleichen Jahr im August einen 3-wöchigen Roadtrip gemacht: von Deutschland aus nach Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro und Bosnien und Herzegowina. Es war zwar im August noch erträglich, aber es wäre im Juni von den Temperaturen her sicherlich angenehmer gewesen und es wären auch weniger Einheimische am Strand gewesen. Ein weiterer Tipp wäre: wenn ihr schon so viele Kilometer von Deutschland nach Montenegro gefahren seid, dann fahrt noch weiter nach Albanien (von Budva in Montenegro nach Shkodra in Albanien wären es gerade mal 2,5 Stunden gewesen). Wir hatten es kurz überlegt, es dann aber ziemlich schnell verworfen, weil wir es uns mit 2 kleinen Kindern, insbesondere mit unserem gerade einmal 8-Monate-alten Sohn nicht getraut haben, noch weiter zu fahren. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es gut möglich gewesen wäre. Zudem war Albanien 2022 noch eher ein Geheimtipp als heutzutage. Auch hätten wir die Reise insgesamt noch um eine Woche verlängern und das „Maximum“ herausholen können, weil mein Mann einen Monat Elternzeit genommen hat. Aber gut, im Nachhinein ist man immer schlauer.
Mein Learning: Naheliegendes „mitnehmen“ und Länder, Orte, Sehenswürdigkeiten sinnvoll und effektiv kombinieren.
Tallinn
4 Tage hatten wir Zeit, um Tallinn zu erkunden. Ein wirklich hübsches mittelalterliches Städtchen mit Flair und alles fußläufig erreichbar. Absolut sehenswert. Allerdings waren 4 Tage meines Erachtens fast zu lange, weil es sich eben um ein Städtchen und keine Großstadt handelt. Nachdem wir alles gesehen hatten, sind wir für einen Nachmittag an den Strand gefahren, was ein netter Ausflug war, aber definitiv kein Muss. 2 bis 3 Tage für Tallinn hätten gereicht. Beim nächsten Mal hätte ich Tallinn vielleicht noch mit Riga kombiniert: 2 Tage pro Stadt.
Mein Learning: Sich vorher gut informieren, wie viele Tage für die jeweilige Stadt sinnvoll sind und dabei auch ein bisschen die Größe der Stadt im Hinterkopf behalten. Während man für Städte wie Berlin, Paris oder Istanbul durchaus mehr als 4 Tage einplanen kann, reichen 2 bis 3 Tage für kleinere Städte absolut aus.
Seychellen
Wir haben uns für die Kombination Praslin – La Digue – St. Anne entschieden. Praslin und La Digue waren wirklich atemberaubend schön und „beherbergen“ zurecht ein paar der schönsten Strände der Welt. Über St. Anne lässt sich streiten. Hier bin ich etwas zwiegespalten: mit dem Club Med auf St. Anne hatten wir einen sehr entspannten Abschluss unserer Reise. Von den Stränden allerdings war ich etwas enttäuscht, auch weil die Messlatte nach Praslin und La Digue extrem hoch war. Würde ich die Reise für Freunde mit dem Wissen von heute planen, so würde ich St. Anne durch die Hauptinsel Mahé oder Silhouette ersetzen. Wir waren damals von Ende April bis Anfang Mai 2 Wochen dort. Im Nachhinein hätte ich die Reise vermutlich um 1 Woche verlängert und Dubai noch miteingebaut. Bei 3 Wochen lohnt sich die lange Anreise dann doch immer noch mehr. Auch hätte ich mir die Seychellen vermutlich für die Zeit der Schulferien aufgehoben (auf die wir seit letztem September 2025 angewiesen sind), weil die beste Reisezeit für die Seychellen mit den Schulferien perfekt kompatibel ist und mir eher ein Ziel ausgesucht, was aufgrund der Schulferien jetzt nicht mehr so leicht bereisbar ist.
Mein Learning: Manchmal sollte man keine Experimente eingehen und lieber auf „altbewährtes“ bzw. erprobtes setzen (Standard Inselhopping auf den Seychellen umfasst die 3 Hauptinseln Mahé, La Digue und Praslin).
Florida
Nach langem Hin und Her fiel unsere Wahl bei der 2. großen Elternzeitreise auf Florida. Florida hat ohne Frage tolle Ecken zu bieten: Everglades, Disneyland, Miami, Keys. Aber summa summarum hat mich Florida nicht 100%ig überzeugt (ganz im Gegensatz zum Westen der USA). Warum? Zu amerikanisch, zu teuer, zu wenig exotisch, zu wenige Wow-Momente. Dazu kam noch, dass eine Mini-Kreuzfahrt auf die Bahamas der krönende Abschluss unserer Reise werden sollte. Hier hatten wir leider Pech mit dem Wetter, weshalb der Landgang in Nassau und das Baden mit den Schweinchen (wäre mein Geburtstagsgeschenk gewesen (!)) entfallen ist. All die anderen Ziele, die wir auch in der engeren Auswahl hatten, wären definitiv besser gewesen: Oman, Karibik Inselhopping (Guadeloupe, Martinique, St. Lucia, Dominica).
Mein Learning: Auf sein Bauchgefühl hören. Ich hatte schon vor der Reise Zweifel, ob mich Florida wirklich „catchen“ würde.
Wahl der Reiseziele
Wir haben vor der Einschulung unserer Tochter noch einige größere (Fern-)Reisen unternommen: Neuseeland & Singapur, Süd-Thailand, Florida, Seychellen. Abgesehen von Florida würde ich alle nochmal bereisen.
Mein Learning: Was ich rückblickend betrachtet allerdings in der Planung noch stärker miteinbeziehen hätte, wäre die Vereinbarkeit der jeweiligen Reiseziele mit den (in unserem Fall bayerischen) Schulferien. Heisst im Umkehrschluss, Ziele, die mit den Schulferien nicht mehr so gut kompatibel sind, noch vor der Einschulung zu bereisen (Teile Australiens, Teile Südostasiens, Zentralamerika).#
Indonesien
Hier war ich schon zweimal. Das erste Mal auf Bali und Java. Das zweite Mal auf Bali, Sumatra und Borneo. In Java hatten wir eine vorgefertigte Rundreise. Java war toll. Nur hätte ich gerne noch Yogyakarta miteingebaut (soll total schön sein). Obwohl ich schon zweimal auf Bali war, habe ich z.B. Ubud und andere Ecken von Bali nicht besucht – hier würde ich gerne noch mehr sehen, vor allem alles abseits der bekannten Touristenpfade. Borneo (genauer gesagt Sarawak) war ein Erlebnis. Nahezu keine Touristen, noch ein absoluter Geheimtipp. Allerdings fehlte mir an mancher Stelle eine gute Infrastruktur. Es war alles wild und ursprünglich, kaum beschildert und kaum auf Tourismus ausgelegt. Vielleicht hätte ich im Nachhinein eher den anderen Teil von Borneo (Sabah) gewählt oder aber Sulawesi gewählt.
Mein Learning: Sich vorher noch genauer darüber informieren, was einen erwartet.
Reisezeit
China. Hier war ich mit Lidl Reisen. Die Reise war damals wirklich günstig und fand im März statt. März ist definitiv kein guter Monat für China: viel zu kalt und keine gute Sicht auf der Chinesischen Mauer. Auch die Sicht auf unserer Mini-Flusskreuzfahrt auf dem Yangtze war eher bescheiden. In Australien im Top End (Darwin) war ich im Februar. Hier waren die Nationalparks wegen Überschwemmungen gesperrt. Im Westen der USA war es im Juli brütend heiß.
Mein Learning: Long story short – Reisezeit beachten und dementsprechend planen (im Nachhinein kann ich darüber lachen, denn sowas würde mir als Travelholic jetzt wohl nicht mehr passieren). Inzwischen plane ich meine Reisen akribisch, informiere mich, lese Blogposts und bereite mich so gut vor wie es geht 😊.
Lappland
Mein Mann und ich waren vor den Kindern einmal über Silvester in Lappland, genauer gesagt in Malå in Schweden. Wir sind abends mit unserer Reisegruppe mehrmals zum zugefrorenen See gelaufen in der Hoffnung Polarlichter zu sehen. Leider ohne Erfolg!
Mein Learning: Sollten wir mal wieder in diese Gegend reisen, werde ich vorher recherchieren, an welchem Ort und in welchem Monat es die größten Chancen auf Polarlichter gibt.
Malediven
Ich bin immer noch glücklich und dankbar, die Malediven bereist haben zu dürfen (damals in Kombination mit Sri Lanka). Die Malediven sind für mich ein Stückchen Erde, das man (mindestens) einmal in seinem Leben bereist haben sollte.
Mein Learning: Und gerade weil es allein schon wegen der Kosten oftmals ein Once-in-a-lifetime-Ereignis ist, würde ich allen, die vorhaben auf die Malediven zu reisen, raten: nehmt euch einen Wasserbungalow oder wenn das nicht bezahlbar ist, zumindest einen Strandbungalow (vielleicht mit eigenem Pool).
Marokko
Mein Mann und ich haben eine 2-wöchige Rundreise durch Marokko gemacht (mit Baby Numero 1 schon im Bauch wie ich zu Hause feststellte 😊). Wir waren mit Intrepid, einem englischsprachigem Reiseveranstalter, unterwegs. Wir hatten einen ganz tollen Guide, der wirklich die Extrameile gegangen ist. Die Reise war beeindruckend. Allerdings, und jetzt kommen meine Tipps: Die Königsstädte Rabat und Meknès sowie Volubilis und Casablanca kann man getrost weglassen. Fès dagegen ist ein Muss. Da Intrepid ein preisgünstiger Reiseanbieter ist, waren unsere Unterkünfte teilweise sehr basic. Ich sag nur „Teppich über Teppich“, verstaubt, kleine Überschwemmung im Bad aufgrund fehlender Duschtür, dunkel. Daher …
Mein Learning: Fokus auf Natur und einige wenige interessante Städte und hochwertige Unterkünfte mit gehobenem Standard (5 Sterne in Marokko entsprechen vielleicht 3 bis 4 Sternen in Deutschland).
Süd-Thailand
Wir hatten eine wunderschöne 3-wöchige Zeit als Familie. Ein paar Kleinigkeiten könnte man optimieren. Trotzdem würde ich alles wieder so machen. Wer sich für eine Fahrt mit dem Speedboot entscheidet, um von einer zur anderen Insel zu kommen, dem muss bewusst sein, dass das Ganze ziemlich abenteuerlich werden kann (s. mein Blogbeitrag über Thailand). Möchte man ganz auf Speedboote verzichten, könnte man z.B. Koh Lanta einbauen und dafür eine andere nur mit Speedboot erreichbare Insel streichen. In Khao Lak hätte ich das Marriott Resort & Spa mit einem Zimmer mit direktem Poolzugang und dem größten Pool in Südostasien gebucht (statt des Eden). Außerdem wäre ich beim nächsten Mal mutiger und hätte ein Treehouse im Khao Sok Nationalpark gebucht, um noch mehr Dschungelfeeling zu haben.
Mein Learning: Ein paar winzige Kleinigkeiten wie Speedboot und Hotelauswahl, aber eigentlich nicht der Rede wert.
Reiseziele ohne Kinder versus mit Kindern
Rückblickend hätte ich alle Reiseziele, die ich vor den Kindern bereist habe, noch kritischer hinterfragt im Sinne von: Sind diese Ziele auch mit Kindern gut machbar und sollten damit besser für die Zeit mit Kindern „aufgehoben“ werden? Oder sind es Ziele, die aus verschiedensten Gründen nicht familienfreundlich sind und daher besser kinderlos bereist werden sollten? So haben wir beispielsweise Südafrika in Kombination mit Mauritius zu zweit bereist. Beides wäre auch mit Kind wunderbar möglich gewesen. Tansania in Verbindung mit Sansibar z.B. würde ich persönlich aufgrund der Malariagefahr nicht mit Kindern bereisen. Also vielleicht eher ein Ziel für die Zeit ohne Kinder. Auch Madagaskar ist so ein Ziel oder viele weitere Länder in Afrika wie Uganda, Botswana, Kenia, Sambia.
Mein Learning: So kann man alle Länder über alle Kontinente hinweg einmal kritisch auf den Prüfstand stellen (Indien vs. Thailand, Brasilien vs. Argentinien, Südsee vs. Australien, Guatemala vs. Costa Rica, Südafrika vs. Kenia).
So, das waren (vorerst) meine Tipps für euch. Wenn ihr noch Tipps, Verbesserungsvorschläge, Input oder Inspiration für Reisen habt, dann lasst mir gerne einen Kommentar da. Bei Fragen, einfach fragen 😉.